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Ästhetische Erziehung

Es liegt in der Veranlagung des Menschen sich ein Heim zu schaffen, es gemütlich und individuell einzurichten. Ein Zuhause, auf das er stolz sein kann, in dem er sich wohl und sicher fühlt. Ein Ort, an dem er sich zurückziehen oder Beziehungen pflegen kann.
Gerade Kinder und Jugendliche brauchen für eine gesunde Entwicklung dieses Gefühl in besonderem Maße.
Eine Schule wird zum Lebensraum, wenn sich SchülerInnen mit ihr identifizieren können, auf sie stolz sind, weil sie sich in ihr engagieren können und Mitgestaltungsmöglichkeiten haben.

Die Erkenntnis vom Raum als 3. Erzieher ist nicht erst durch die Reggio-Pädagogik in das Bewusstsein gerückt worden. Sie hat jedoch eine Renaissance durch die Ausweitung der Ganztagsschulen erhalten. Viele unserer SchülerInnen sind gemessen an der Stundenzahl länger an der Schule als zuhause.
So galt für uns seit dem Anbau 2006 das Postulat durch Schülermitbeteiligung eine Identifikation mit dem Lerngebäude zu schaffen und durch zahlreiche musisch-ästhetische Projekte neue Lernwelten zu erschließen.

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Die SchülerInnen wurden so mit zu unseren Raumgestaltern nach dem Motto: „Dort, wo man sich wohlfühlt, lernt es sich besser!“

Eine wertfreie Wissensvermittlung gibt es nicht. Im Schulalltag in unserer Nikolaschule soll gespürt werden, dass jeder Einzele wahrgenommen wird, dass niemand eine Nummer ist und sich umgekehrt auch niemand in der Masse verstecken kann. Dieser Individualität wollen wir durch den breiten Kanon der musischen Fächer gerecht werden. Zugleich begegnen wir dadurch der Gefahr der Monotonie und bloßen Funktionalität, die jeder ästhetischen Erziehungsbestrebung zuwiderläuft.
Die Mittelschule St. Nikola zählt zu den Denkmälern der Stadt Passau als 130 Jahre alte Traditionsschule. Mit großer Sensibilität wurde und wird sie nach und nach restauriert und der zeitgemäßen Pädagogik angepasst, nach der ein Raum als Miterzieher für eine nachhaltige Lernkultur von Bedeutung ist.

Das hundert Jahre alte Eichenparkett ist nicht  nur ein verbindendes Element zwischen den Jahrhunderten und den einzelnen Klassen- und Fachräumen, sondern vermittelt durch die verschiedenen Brauntöne eine warme Atmosphäre der ansonst meterlangen Gangfluren.

Die Wertigkeit der Mittelschule als berufsvorbereitende Schule zeigt sich in Details wie einem begehbaren Geschirrschrank im Speisezimmer,  ausgewählten Leuchtkörpern und themenbezogenen Accessoires durch künstlerische Projektarbeiten. Das „NUR“ einer Mittelschule, wie es in der Öffentlichkeit und in der Elternarbeit immer wieder verbalisiert wird, wird hier durch ein provokatives Außenbild einer Vorzeigeschule begegnet.

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Farbige Akzente werden maßvoll gesetzt. In manchen unserer Klassenräume ist der Boden ein wichtiger Farbgeber beim Umbau geworden. In der Mensa fasst z.B. der dunkle Boden den Raum und erdet ihn gleichsam als wohltuendes Gleichgewicht zu der oft quirligen Schar der Mensabesucher.

Die Begegnung mit zeitgenössischen Künstlern wie Hayworth oder Andreas Kuhnlein suchen wir dort, wo dies finanziell und materiell möglich ist. Sinneserfahrung durch die Auseinandersetzung unterschiedlicher Materialien muss trainiert werden um zu einer ganzheitlichen Persönlichkeitserziehung zählen zu können.

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Menschen haben auch einen Sicherheitssinn und benötigen Rückzugsmöglichkeiten. Angesichts der ständig bestehenden Raumnot an unserer Schule haben wir zumindest mit unserem Nikcafe, das z.Zt. auch als NikoLÄDCHEN genutzt wird, diesem Gedanken Rechnung getragen.

Raum und Umfeld Nikola sollen also in idealer Weise das Heranwachsen der Jugendlichen fördern und herausfordern, sie so auf kommende Aufgaben in der Gesellschaft in einer kompetenten, umfassenden und letztlich auch nachhaltigen Weise vorbereiten.