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Wenn sich eine Schülerin als Lehrerin verabschiedet

In einer gemeinsamen Feierstunde von Elternbeirat und Kollegium der Grund- und Mittelschule St. Nikola wurde Frau Eva-Maria Köllmberger verabschiedet.
Frau Köllmberger verbindet nicht nur eine Dienstzeit von über 38-Jahren mit der Grundschule in der Altstadt sondern auch die Erinnerung an die eigene Schulzeit, die sie in diesem Haus hatte. So saß sie als Grundschulkind in der Klasse ihres Vaters, Herrn Oberlehrer Johann Pippich und erlebte noch Unterrichtsstunden mit den Ordensschwestern von Niedernburg.
Groß geworden ist Frau Köllmberger im Nachbarhaus der Altstadtschule, einem ehemaligen Salzstadel aus dem 15. Jahrhundert, der oberhalb des Schaiblingsturm liegt. So war Frau Köllmberger über Jahrzehnte hinweg die erste, die im Schulhaus war und meist die letzte, die es verließ. Für Eltern wie Schüler galt sie als stete Ansprechpartnerin und das nicht nur, wenn am Wochenende irgendetwas aus dem Klassenzimmer unbedingt geholt werden musste.
Frau Köllmberger ist bis heute eine Institution im Altstadtbereich, denn sie kennt praktisch alle Haushaltungen von der Ortsspitze bis zum Paulusbogen. Sie gehört noch zu der Generation von Passauer Kindern, die im Inn geschwommen sind, weil sie um die Untiefen wussten und zu den Wenigen, die das Gefühl hautnah erlebt haben, wenn das warme Wasser der Donau beim Zusammenfluss zu erspüren war.
In einer sehr persönlichen Rede machte Schulleiterin Petra Seibert Stationen der Biographie der Kollegin Eva Köllmberger lebendig, die als typische Jungfrau-Geborene mit viel Disziplin und dem Hang zum Perfektionismus ohne einen Fehltag ihre nahezu 40jährige Dienstzeit absolvierte.
Der Elternbeirat trug die Hymne der Altstadtschule, mit der Frau Köllmberger über Jahrzehnte hinweg alle Erstklässler begrüßt hatte mit einem neu gefassten Text auf die Jubilarin vor.
In einem Sketch des Grundschulkollegiums wurden Einblick in persönliche Besonderheiten und schmunzelnde Eigenheiten gegeben. Der langjährige Kollege und Weggefährte Herr Franz Benzinger gab zum Abschluss die Eheschließung beider als „Mama und Papa“ der Altstadtkinder in einem als Prämiere gekrönten virtuosen Solovortrag unter großem Applaus zum Besten.
Allen wurde nach der offiziellen Verabschiedung bewusst, dass mit Frau Köllmberger nicht nur eine äußerst verdienstvolle Kollegin in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet wurde sondern mit ihr auch ein Stück Stadtgeschichte und eine Pädagogin mit Kenntnissen und Kindheitserlebnissen vor Ort, sowie dem Wissen um Traditionen und Familienstrukturen eines Stadtteils verloren geht: „Eine Ära geht zu Ende…leider gibt’s auch keine Wende“. Das „Schloss“  Altstadtschule hat seine ungekrönte Königin verloren.

 

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