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Mittelschüler-Musical
St. Nikola-Schüler begeistern mit beeindruckendem Projekt


PNP-Bericht nach  Theresia Wildfeuer

Tänze mit verhüllten Körpern oder Masken, eindrucksvoller Gesang, vielfältige Musik, Videos, ein nachdenklich stimmendes Theaterspiel und ein lustiger Sketch – so beeindruckten unsere Schüler mit einem gelungenen, ungewöhnlichen Musical unter dem Titel „Der Mensch wird am Du zum Ich“. Sie erzählten eine Geschichte über Vereinzelung und Zickenkrieg, Miteinander und Freundschaft. Schüler jeder Klasse trugen dazu bei.
Die jungen Leute eröffneten das Musical, zu dem rund 350 Besucher in die kreativ dekorierte Turnhalle kamen, darunter Domkapitular Helmut Reiner und Schulamtsdirektor Heinz Fuchs, mit einem Improvisationsstück der neuen Band aus Oliver  Färber (Schlagzeug), Andrea Zistler (Piano), Johanna Graswald (Klarinette, Saxophon), Jasmin Biskup (Gitarre) und Simon Schwaiberger (Gitarre). Die Schauspielgruppe unter Leitung von Frau Michaela Bauer überraschte mit einem lustigen Sketch über „Herbert & Schnipsi“ in Mundart zur Ouvertüre und erntete viele Lacher.
„Der Mensch wird am Du zum Ich“, dieses Zitat von Martin Buber sei aktueller denn je, fanden die Moderatorinnen Lena Schiermeier und Johanna Paukner. Der Kontakt zu den Mitmenschen finde oft nur mehr auf der unpersönlichen Ebene statt. Viele versteckten sich aus Angst, Feigheit oder Unsicherheit hinter der Anonymität von Internet-Plattformen wie „Facebook“ oder „WhatsApp“. Man müsse dabei nicht preisgeben, wer man wirklich ist, nämlich ein Mensch mit Stärken und Schwächen wie alle anderen auch. Doch erst mit und an anderen Menschen lerne man, sich zu behaupten, seine Meinung zu äußern und sich weiterzuentwickeln.
Das Stück, dessen Rahmenhandlung Hauptdarstellerin Sophie Kreizirek aus der Klasse M10B verfasste, erzählt die Geschichte von Emilia (Sophie Kreizirek), die mit ihrer Mutter (Sabine Messer) schon oft umziehen musste. Sie konnte daher noch nie richtige Freundschaften aufbauen. Gleichzeitig zweifelt sie auch an sich selbst. Die Erzählerinnen luden das Publikum ein, sich auf eine „Reise zum Ich“  entführen zu lassen, „die im Wir endet“.
Der Umzug führt Emilia an die Nikolaschule in Passau. „Wo gehöre ich hin?“, fragt der erste Akt. Lehrer Kramhaller (Hans Riegler) stellt Emilia in der neuen Klasse vor. Doch hier interessiert man sich kaum für die anderen. Die Schüler wollen lieber an den Inn statt Gruppenarbeit zu machen und Kim  (Xenia Ortmeier) träumt schon davon, was ein Video unter dem Titel „Gordischer  Knoten Teil 1“ zeigt. Auch Emilia fällt es schwer, Kontakte zu den Mitschülern zu knüpfen. Kein Wunder, denn die machen es ihr nicht gerade leicht. Sie reagieren zickig und schnippisch. Emilia findet sie „blöd“. Auch ein Gespräch mit der Mutter trägt zunächst kaum Früchte. Emilia bleibt Außenseiterin.
Eindrucksvoll stellten Schüler der siebten Klassen Rückzug und Vereinzelung in einem Tanz mit verhüllten Körpern dar. Sie rockten und rappten, tanzten sogar „Makarena“. Der Musicalchor schmetterte „Ich hör auf mein Herz“. Das Lied zog sich wie ein roter Faden durch das Stück und verband die einzelnen Akte.
„Bin ich das? Ich bin ich“ war Thema der zweiten Szene, die zunächst in Emilias Zimmer spielt. Sie liegt in ihrem Bett, als plötzlich maskenhafte Wesen erscheinen und einen Tanz aufführen.
Weil Emilia sich der Mutter zuliebe mit den Klassenkameraden anfreunden will, erstellt sie ein Facebook-Profil über sich. Schüler der Ethikgruppe schilderten dazu eigene Wünsche: „Selbständig sein, auf eigenen Füßen stehen, in einem guten Beruf erfolgreich sein, dass alle gesund bleiben, besonders meine Familie.“ Dass sie etwas wert sind, zeigten Sechstklässler auch anhand von Sportarten und traten symbolisch aus einem Bild heraus. Sich selbst treu zu bleiben lautete die Botschaft eines Musikvideos mit Babyfotos der M 8.
Emilia beweist schließlich im Sportunterricht ihre Teamfähigkeit und stellt sich hinter eine Mitschülerin, die als Streberin ausgegrenzt wird. Die beiden freunden sich an. „Count on me“, sang der Chor dazu im dritten Akt unter dem Motto „Du“, das schließlich in der vierten Szene zum „Wir“ wird. Schüler jonglierten dabei mit Bällen und Tüchern, spielten Streetball. Sogar  der „gordische Knoten“ löst sich auf und der Chor schmetterte „Applaus, Applaus“. Den spendete auch das Publikum begeistert und auch die Schulleitung zollte den jungen Akteuren und ihren Lehrern viel Lob, vor allem aber Birgit Wimmer, die die Gesamtleitung innehatte.